Home News & Aktuelles Allgemeines Einsatz auch ohne Schnee - Winterdienste und das "milde" Wetter

Einsatz auch ohne Schnee - Winterdienste und das "milde" Wetter

Donnerstag, den 27. März 2008 um 08:53 Uhr
 Wien (OTS) - Ein letztes Mal bäumt sich der Winter kräftig in weiten Teilen Österreichs auf - Tatsache bleibt, seit Beginn des Jahres gab es im Osten des Landes so wenig Schneefall wie schon lange nicht. Was Verkehrsteilnehmer und Hauswarte freut, ist für die Berufsgruppe der Winterdienste eine Medaille mit zwei Seiten. Denn auch wenn kein Schnee liegt, sind die "Helfer im Winter" nicht untätig.

Vorbereitet für jedes Wetter

"Wir sind den ganzen Winter auf die unterschiedlichsten Einsätze vorbereitet, egal ob es schneit oder nicht", beschreibt Robert Kletzander, Key Account Manager der Hausbetreuung DIMMI GmbH, die Lage bei den rund 1.100 heimische Unternehmen des Winterdienstes. Neben der klassischen Schneeräumung bieten diese schließlich auch die Streuung und Kehrung von Splitt oder Auftaumittel und die Kontrolle von möglicher Eisbildung durch Schmelzwasser an. Tätigkeiten, die im Winter jeden Tag anfallen können - auch wenn kein Schnee fällt. "Unsere Mitarbeiter wissen bei jedem Objekt genau was zu tun ist und wo die Besonderheiten sind", erklärt Kletzander. "Wir können daher im Alarmierungsfall nur geschulte Mitarbeiter zum Kunden schicken. Denn speziell wenn es hart auf hart geht, muss schnell agiert werden. Schließlich will jeder Kunde sein Objekt so rasch wie möglich gesichert haben." Genau geplante Routen und eine Einschulung der Mitarbeiter auf alle Objekte in deren "Revier" sind daher unerlässlich. Die meisten Winterdienste starten bereits Ende des Sommers mit dieser Planung. Gleichzeitig beginnen für die Unternehmen damit auch die Kosten zu laufen. Personal und Fuhrpark - auch die Fahrzeuge werden schon bei der Routenplanung entsprechend bestückt - machen den Löwenanteil der Fixkosten der Winterdienste aus. Unabhängig davon, ob sie zum Einsatz kommen werden oder nicht.

Stets Einsatzbereit

Im Alarmierungsfall kommt den Einsatzleitern besonderes Augenmerk zu. Neben Erfahrung "on the Job" erfordert diese Position meteorologisches und logistisches Wissen; Wetterwarten liefern den Winterdiensten eigens aufbereitete Daten und Satellitenbilder, die der Einsatzleiter lesen und deuten können muss. Ein zu verfrühtes Alarmieren ist dabei genauso unangenehm wie ein zu spät in die Wege geleiteter Einsatz. Bei der Wahl des Streu- und Auftaumaterials können die Gemeinden in Österreich bestimmen was zugelassen wird und was nicht - logistisch, vor allem bei Tätigkeiten für mehrere Gemeinden, oft eine besondere Herausforderung.

Um schnelle Schlagkraft zu gewährleisten, stellen viele Unternehmen -vor allem im städtischen Bereich - ihren Mitarbeitern die Einsatzfahrzeuge direkt zur Verfügung. Das voll bestückte Fahrzeug kann der Mitarbeiter bei sich zu Hause parken und spart somit im Einsatzfall einen zeitraubenden Umweg über etwaige zentrale Sammelpunkte. Problematisch wird dies jedoch in parkraumbewirtschafteten Bezirken. Meist haben Mitarbeiter die dort wohnen bereits für den Privatwagen eine Parkvignette, der Einsatzwagen kann somit nicht länger als über die erlaubte Parkdauer vor dem Haus stehen. Sondergenehmigungen können beantragt werden, doch diese verursachen hohe Kosten und werden mit jedem zusätzlichen Fahrzeug schwieriger zu erlangen. "Oft müssen unsere Mitarbeiter irgendwo außerhalb der Pickerlzone parken, was im Einsatzfall natürlich wiederum Zeitverzögerung bedeutet", beschreibt Kletzander die Alternativlösung. "Hier ist die städtische Parkraumbewirtschaftung aufgefordert ein System zu schaffen, das allen hilft."

Wenn´s nicht schneit

Diesen Winter, der vielen besonders mild erscheint, hatten die Winterdienste vor allem zu Beginn der Saison - im November und Dezember - alle Hände mit der Schneeräumung zu tun. In manchen Teilen des Landes waren die beiden Monate die schneereichsten seit Jahren. Doch auch wenn kein Schnee fällt sind die Winterdienste gefordert. Ständige Kontrolle der Wetterdaten und Kontrollfahrten in den "Rayons" stehen auf der Tagesordnung. Vor allem gefrierender Nebel und Regen sind neben Schnee die größten Gefahrenquellen des Winters. Rechtzeitig -bei einsetzen von Regen oder Frost - muss Salz, dort wo es erlaubt ist, gestreut werden. Splitt, der die Bodenhaftung auf dem Eis erhöht, muss nach dem Abtauen wieder gekehrt werden. Tätigkeiten die die Sicherheit auf Gehsteigen, Innenhöfen und Straßen gewährleisten und Einbußen der Wirtschaft durch Staus, Unfälle, Verspätungen und Krankenstände vermindern. "Wirklich konstante Winter gibt es nicht mehr", meint Robert Kletzander von DIMMI. Viel mehr gehe die Tendenz zu Wetterextremen mit hohen Schwankungen in Temperaturen und Niederschlägen. Langweilig wurde den Unternehmen der Winterdienste 2007/2008 auf keinen Fall. Und eines ist fix - der nächste Winter kommt bestimmt.


 

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